Von: RB

Land unter

Land unter

In diesen schmerzhaften Tagen der globalen Isolation schauen wir Italos zurück und stellen uns vor wie es damals war. Wehmut kommt auf wenn wir uns an Pablito erinnern, der die Sambaklänge im Alleingang zum Verstummen brachte. Voller Mitleid denken wir an unseren „Divin Codino“ zurück, der an jenem vermaledeiten Sonntagnachmittag seinen Elfer in die Wolken von Pasadena hämmerte. Und Giuseppe sind wir ewig dankbar. Nicht umsonst überschrieben wir ihm 1980 den Tempel von San Siro. Dir lieber Karl-Heinz werden wir niemals böse sein, auch wenn du uns in Mexicos Gluthitze bis zur 120sten leiden liesst. Wenn uns „Judas“ Roberto und sein Freund Gianluca durch den Kopf gehen, kommt uns ihre innige Umarmung von Wembley in den Sinn, als sie zusammen mit ihrer 0815-Truppe das Wunder von London schufen. Toto wird immer einen besonderen Platz in unseren Herzen einnehmen. Er, der mit seinen leuchtenden Augen eine ganze Nation verzauberte. Und Fabio erst, der uns nach seinem verwandelten Penalty wochenlang auf Wolke 7 schweben liess. Wir waren die Meister im Beton mischen, unsere Konter über die Grenzen hinaus gefürchtet.

„L’Italia non c‘e piu“, titelte die neapolitanische Tageszeitung „Il Mattino“ am Tag danach. Italiens bestbezahlte Müssiggänger hatten gerade das Kunststück fertiggebracht, sich zum dritten Male hintereinander nicht für eine WM zu qualifizieren. Man musste kein Prophet sein um zu spüren, dass schon vor dem Anpfiff mit der Körpersprache dieser Memmen etwas nicht stimmte. Während die Bosnier in den „Krieg“ zogen, hielten sich die Italiener an ihrer glorreichen Vergangenheit fest. Leute wie Bastoni, di Marco, und Barella, die den Karren aus dem Dreck hätten ziehen sollen, versagten genauso wie Kapitän Donnarumma, der Führungsqualitäten vermissen liess.

Auf der Suche nach einem Funken Hoffnung, Italien doch noch in den USA spielen zu sehen, kam Trump’s Sondergesandter Paolo Zampolli ins Spiel. Laut eigenen Aussagen hatte er seinem Kumpel aus dem Oval Office den Vorschlag unterbreitet, die WM-Teilnahme des Irans nochmals zu prüfen. Stattdessen sollten die Azzurri in die Bresche springen. Teenager, die ihr Land noch nie an einer WM bejubeln durften, begannen zu träumen. Selbst der Schreiberling zeigte sich in Sachen Almosen nicht abgeneigt. Ohne seine Aphrodite 🇮🇹 schien ihm die ganze Veranstaltung eine Farce.

Nun ist die Katze offiziell aus dem Sack! Selbst Giorgias letzter Versuch in extremis, liess Donald kalt. Kein Almosen und somit keine Neuauflage von 1992 als die unter den Palmen der Südsee weilenden Dänen für die Jugoslawen eingesprungen waren und einen der grössten Coups der Fussballgeschichte landeten.

Italien das war einmal. Was bleibt ist die Erinnerung! Scirea…..Bergomi……Scirea……Tardelli……Toooooooooor 🎆