Von: RB
Lauter Hypothesen

Seit gestern Nacht haben wir es schwarz auf weiss! Wir werden oft an der Nase rumgefĂŒhrt. Sie bieten uns nicht das, was sie im Stande wĂ€ren zu zeigen. Weil ihnen der Mut vor der eigenen Courage fehlt. Bei einem Stones-Konzert wĂŒrden wir uns verĂ€ppelt vorkommen, wenn uns Jagger & Co. statt âSatisfactionâ und âAngieâ die B-Nummern vortragen wĂŒrden. Beim Fussball ist es uns egal. âWenigschtĂ€ns hĂ€tt im NotĂ€heft zum Schluss ain fĂŒfĂ€halber usĂ€gluĂ€gĂ€dâ. Liebe WM, das war zu wenig.
Es war fĂŒr die Schweiz die WM der verpassten Gelegenheiten. Wenn sich Ăgypten gegen Argentinien nicht so doof angestellt hĂ€tte, wĂ€ren die Schweizer heute Abend im Finale. Sofern Embolo gegen die Afrikaner nicht dasselbe âVerbrechenâ begangen hĂ€tte, wie gegen die Gauchos. Weil Weltmeisterschaften nur alle 4 Jahre stattfinden, muss man ĂŒber solche Idiotien reden. Gegen England hĂ€tte man mit Manzambi im Halbfinale auf Augenhöhe gespielt und wenn es gegen Spanien im Endspiel nicht gereicht hĂ€tte, wĂ€re man trotz allem stolz gewesen. So bleibt ein schaler Nachgeschmack.
Die Welt ist ungerecht mein Kleiner, ich weiss. Wenn VĂ€ter vergessen, dass sie auch mal klein waren, dann kannst du noch so betteln. âDu gosch jetz is Bett đ susch gits a paar hindĂ€r dâOhrĂ€â. Also musst du dich damit begnĂŒgen âdis Guetnachtgschichtliâ von mir erzĂ€hlt zu bekommen. Mit all der Ungewissheit, die ein solcher Drahtseilakt birgt.
De la Fuente gegen Scaloni oder Messi gegen Yamal. Vielleicht auch Rodri gegen Enzo Fernandez oder Oyarzabal gegen Lautaro MartĂnez, wenn er dann von Anfang an spielt. Die Weltranglisten-Nummer 1 Argentinien đŠđ· gegen die Weltranglisten-Nummer 2 Spanien đȘđž. Der amtierende Weltmeister gegen den amtierenden Europameister! Auf den ersten Blick spannender als âPsychoâ von Hitchcock.
Es könnte aber auch sein, dass es auf âFifty Shades of Greyâ hinauslĂ€uft, nichts fĂŒr dich mein Junge und so langweilig, dass man nach kurzer Zeit einschlĂ€ft. Glauben wir an das Gute im Fussball und hoffen wir, dass es so wird wie gestern, beim VergnĂŒgen um Platz 3.
Es ist lange her, dass ein Team seinen Titel erfolgreich verteidigen konnte. Den Brasilianern gelang das KunststĂŒck im Jahre 1962. Die Finalpaarung Spanien-Argentinien hat es auch noch nie gegeben. Was sagt dein BauchgefĂŒhl mein Junge đŠ Aha, Spanien! Dann sind wir ja auf derselben WellenlĂ€nge! Obwohl es gegen die teils unfair einsteigenden Argentinier nicht mehr so âschlankâ ĂŒber den Rasen gehen dĂŒrfte, wie gegen die Franzosen!
Diese âLeben oder Todâ MentalitĂ€t der Gauchos gilt es zuerst einmal zu knacken und den einzigen Ausserirdischen auf dieser Welt an die Kette zu legen. Von wegen Ronaldo. Messi ist eine andere Kategorie! Wenn diese beiden Dinge gelöst sind, setzen sich die spielerisch ĂŒberlegenen Iberer mit annĂ€hernd 100 prozentiger Sicherheit durch. Perfekt eingeĂŒbte Ballstaffetten gepaart mit der nötigen Geduld werden die nicht sattelfeste argentinische Abwehr zu Fehlern zwingen. Und im Notfall wĂ€re Yamal noch da, der mit einer seiner unwiderstehlichen Einzelaktionen festgefahrene Spiele entscheiden kann.
2:0, 2:1 oder 1:0? Du willst es aber genau wissen mein Kleiner. So eng bin ich jetzt auch wieder nicht mit dem unfehlbaren Nostradamus befreundet. Eines hat er mir jedoch versprochen. Es gibt keine VerlĂ€ngerung. So gegen 23 Uhr oder etwas spĂ€ter ist die Katze aus dem Sack. Die letzten Hochrechnungen sagen, dassâŠâŠâŠ.đ€·ââïž.
Bevor die Sieger feststehen, wollen wir uns selbst noch einmal feiern đ„ł Die Punktzahlen auf der Rangliste sind in astronomische Höhen geklettert. Freddie weiss das zu schĂ€tzen und setzt sich noch einmal ans Klavier bevor er vor versammelter Kulisse im Konfettiregen von New Jersey seine âAbrĂ€umer-Hymneâ zum besten gibt.