Von: RB
ReifeprĂŒfung

20 Jahre lang habe ich vergeblich versucht ihr die einfachsten Regeln beizubringen. 22 Spieler auf dem Feld, nur der Torwart darf den Ball in die Hand nehmen, nach der Pause werden die Seiten gewechselt. FĂŒrs Abseits hat es nie gereicht. Nun ist auf unserer Tabelle hier etwas geschehen, das in der Astronomie ungefĂ€hr alle 375 Jahre passiert. Die absolute Sonnenfinsternis. Carmen, bin ich verblendet đ
Von einem Albtraum zum anderen. Was am Anfang nur als âWitzâ gedacht war, scheint sich immer mehr zu konkretisieren. Die Schweiz macht einen auf âErnschtâ. Manzambi, den ich vor Jahren schon Agnelli empfohlen hatte, spielt die gegnerischen Abwehrreihen schwindlig und seine Mitstreiter ticken wie eine Rolex. Der richtige Zakaria (es gibt noch einen anderen) macht die Partie seines Lebens und Xhaka ist zum ersten Mal an diesem Turnier der wahre Dirigent. Nur Rieder vergisst aus kĂŒrzester Distanz, dass das Runde ins Eckige gehört. Endlich haben die Eidgenossen die vielen Nachhilfestunden die sie von den Azzurri in puncto Effizienz erhielten, in die Tat umgesetzt. Murat, so darf es weitergehen.
Einen Augenblick lang hatte ich befĂŒrchtet, dass wir uns umsonst in die âBlue Spanish Eyesâ verguckt hatten, doch gestern strahlten sie wie 2010. Oyarzabal schiesst Tore, die man ihm nie zugetraut hĂ€tte und Cuccurella lebt nicht mehr nur von seiner Frisur. LĂ€uft es wirklich auf ein Halbfinale Frankreich-Spanien hinaus?
Elfmeter sind nach wie vor sein Ding, doch vom Rest sollte er Abstand nehmen. Als Mister Martinez ihre MajestĂ€t auswechselte und an seiner Stelle Gonzalo Ramos das Feld betrat, waren die ĂŒberlegenen Kroaten wie geschockt. Hatten sie den Ausserirdischen meistens im Griff gehabt, waren sie sich beim Irdischen nicht mehr so sicher. Als ausgerechnet er die einseitige Partie unverdientermassen entschied, weinten Modric und Ronaldo gemeinsam. Fragen sie mich nicht warum!