Von: RB
Scheibenschiessen

GrĂŒmpĂ€lturnier MĂŒnschtĂ€rlingĂ€, Anfang Juli 1970! Es war die BlĂŒtezeit solcher Veranstaltungen. Auf Platz 1 spielten die MilchchessĂ€lstĂŒrmĂ€r gegĂ€ Spartak Moskau. Am Ende hiess es 0:10! Beide Teams waren in der Kategorie Nichtfussballer gemeldet, nur das die einen zum Plausch antraten wĂ€hrend die anderen von irgendwo auswĂ€rts mit 6 lizenzierten Fussballern auf dem Feld standen um den begehrten Hauptpreis abzurĂ€umen, der auch mal ein verlĂ€ngertes Wochenende in London beinhaltete. Man hatte Mitleid mit dĂ€ luschtigĂ€ BurĂ€buĂ€bĂ€, die mit Traktor und Lederhosen aufgekreuzt waren und fragte sich, welchen Spass die âGoliathsâ empfinden mussten, nachdem sie die âDavidsâ niedergekantert hatten.
Gestern Abend nach dem Scheibenschiessen zwischen Deutschland und Curacao habe ich mich dasselbe gefragt. Bis ich die Curacaoer sah, wie sie mit den anwesenden Fans glĂŒcklich und zufrieden feierten. Wir sind stolz auf unsere Jungs, gab spĂ€ter eine Ă€ltere Dame zu Protokoll. Die ARD strahlte gerade einen wundervollen Bericht ĂŒber das ganze Drumherum dieses Spieles aus. Schweinsteiger steigerte sich von Minute zu Minute und Frau Sedlacek stand ihm in nichts nach. Fussball als Ort der Begegnung ganz im Sinne Infantinos und keiner dachte an das Resultat. Fast so wie am GrĂŒmpelturnier!
Ăber das Spiel mĂŒssen wir trotzdem ein paar Worte verlieren. Der schönste Moment war der Ausgleich zum 1:1. Nicht dass ich etwas gegen Deutschland hĂ€tte, im Gegenteil. Ich freute mich zusammen mit den Insulanern, die sich gerade fĂŒr den Rest unserer Zeit in den GeschichtsbĂŒchern verewigt hatten. Anschliessend gelang den Deutschen das was die Schweizer tags zuvor versĂ€umten. Sie spielten sich fĂŒr die kommenden Aufgaben ein. Auf einmal entdeckte man neue Gesichter, die sehr sympathisch rĂŒberkamen! Nathaniel Brown und Felix Nmecha gehörten zu den Besten.
Bei Niederlande-Japan bin ich wegen fehlender Unterhaltung eingeschlafen und gerade vorhin habe ich mich ĂŒber die beiden anderen Resultate gewundert. Ăber Kunos ElfenbeinkĂŒste die sich ĂŒberraschenderweise gegen Ecuador durchsetzte und die Schweden, die sich mit einem mickrigen PĂŒnktchen fĂŒr diese WM qualifiziert hatten. Nun heben wir ab mit Major Tom und harren der Dinge die noch kommen mögen. Um nicht die ganze Zeit im Weltraum đ zu verbringen, kehren wir zurĂŒck auf die Erde, ziehen die Flip-Flops 𩎠an und gehen hinunter an den StrandâŠâŠ