Von: RB
Was für ein Abgang 😔

Ich kann diese Tränen nicht mehr sehn. Warum weint er? Plagen ihn Gewissensbisse? Was bin ich für ein Mensch, wenn ich meine eigenen Interessen voranstelle, obwohl ich weiss, dass auf der Bank ein Besserer sitzt? Was bin ich für ein Trainer, wenn ich den „Bückling“ mache und diesen Selbstdarsteller nicht in den Senkel stelle? Nicht mal dann, wenn mir das Wasser bis zum Halse steht. All jene, die es nicht glauben wollten, dass man mit einem Ronaldo in der Nationalmannschaft keinen Blumentopf mehr gewinnt, bekamen gestern Abend die Quittung präsentiert. Gegen Spanien kam jede Hilfe zu spät.
Ich liebte Jaschin, Beckenbauer, Crujff, Maldini, Nesta, George Best und Bettega! Letzteren bewunderte ich wegen seiner fussballerischen Intelligenz und seiner Kopfballstärke. Dann gab es jene die ich besonders mochte: Pelé, Eusebio, Gerd Müller, Inzaghi, Pirlo und Cabrini. Ein eher gespaltenes Verhältnis pflegte ich zu Ibrahimovic, Neymar, Buffon, Dembele, Xhaka, Vlahovic und Maradona. Als ich meinem Allerliebsten zum ersten Mal begegnete, wollte ich gleich abhauen!. „Mensch ist der unsympathisch“.
Bei aller Antipathie musste ich mir irgendwann eingestehen, dass er zu den „best of 50“ der vergangenen Jahrzehnte gehört. Er überzeugte bei ManU, überragte alle bei Real Madrid und kam schliesslich zu meiner „Alten Dame“ auf längeren Besuch. Nach 60 Jahren harmonischer Zweisamkeit hing unsere Beziehung an einem dünnen Faden. Ich mochte den Typen nicht und musste ihm trotzdem danke sagen. Nachdem er die Familie Agnelli mit höchst bescheidenen Darbietungen um 200 Millionen „erleichtert“ hatte, zog er eines schönen Tages von dannen und ich hatte endlich meinen Frieden.
Portugal draussen und etwas überraschend auch die USA. Nach all dem „Chaschperlitheater“ um die FIFA und ihren Präsidenten, dürfte es so manchem nicht ungelegen gekommen sein. Stell dir vor was passiert wäre, wenn Balogun per Zufall die USA in das Viertelfinale geschossen hätte? Belgiens Alt-Internationale hätten bestimmt Protest eingelegt. Wollen wir hoffen, dass von nun an nicht jede rote Karte beim obersten Gerichtshof beanstandet wird. Es wäre das Ende des Fussballs.
Heute Nachmittag ist grosser Empfang am Bahnhof Tägerwilen! 4 Traumtänzer der hiesigen Sambaschule kehren ebenso heim, wie 3 Erdbeerpflücker aus Portugal. Zwei sind vor lauter Frust bereits in Scherzingen ausgestiegen. Eine Diplomatin der Tschechischen Republik und der Figaro von Kreuzlingen bedienten den Knopf „Halt auf Verlangen“ und stiegen im mondänen Bernrain aus. Sorry, einen habe ich noch vergessen. „Banquette“ er lässt dir ausrichten, dass er für immer drüben bleibt. Severin wir werden dich vermissen 🥰
Da waren es nur noch 54 an der Zahl