Von: RB

Damals

Damals

Uf dĂ€ Hauptschtross in KrĂŒzlingĂ€ tschuttĂ€ und sich um den Strassenverkehr foutieren, das war schon in den spĂ€ten 60ern nicht möglich. Mein Sohn hat es mit seiner tollen Idee und der Hilfe von KI trotzdem geschafft. Vielen Dank Christian, du hast mir und der ganzen Karavane eine Riesenfreude bereitet. Nicht dass der Boulevard fĂŒr einen Schönheitspreis je in Frage gekommen wĂ€re, doch irgendwie hatte die Strasse trotzdem ihren Reiz. AgfangĂ€ bi dĂ€ haissĂ€ SchlittĂ€ 🚗 die man mĂŒhelos voneinander unterscheiden konnte, bis zu den LĂ€den, die alle möglichen Dinge feil boten. D’Metzgerei Gross wo heute das Ceha steht und gegenĂŒber dĂ€ FrauĂ€fĂ€ldĂ€r mit seinen Lederwaren. DĂ€nn dĂ€ LĂŒtenegger Herrenmode und die Damenboutique Femina.

Das Kino Bodan wurde an gewissen Abenden von unseren „grosszĂŒgigen“ Lehrern hermetisch abgeriegelt, damit sich ja kein Unbefugter Zutritt verschaffen konnte. Noch heute leide ich unter dem Trauma, dass ich mir Oswald Kolle‘s SchulmĂ€dchenreport nie zu GemĂŒte fĂŒhren durfte. Handgefertigte Schuhe vum Bally waren damals das Nonplusultra. Turnschuhe verkaufte der Laden nicht. DiĂ€ hĂ€tts dĂ€fĂŒr bim Haberer gĂ€. CrĂšmeschnittĂ€ vum Kafi Brunner waren die besten in der Stadt und s‘Schöfli war ĂŒberhaupt nicht „in“. Viel lieber trieben wir uns im hindĂ€rĂ€ Tail vum SunnĂ€höfli umĂ€. I dĂ€ Drogerie Heidegger gingen Sachen ĂŒber den Ladentisch die wir nur vom Hörensagen kannten und dĂ€ GmischtwarĂ€ladĂ€ SchĂ€rer grad dĂ€nĂ€bĂ€d, verkaufte alles ausser Kopfhörer und Handys. Im Schaufenster vom Rudolph lagen die neusten Hemden mit FlĂŒgĂ€rkragĂ€ zum Besichtigen bereit und bim HofmannEgli fand man fast jede Schraube.

DĂ€ HĂ€rremodĂ€ladĂ€ Heinz direkt gegenĂŒber verkaufte Klamotten fĂŒr di Ă€lterĂ€ SemĂ€schtĂ€r und bim Muusigfriik Fries nĂ€bĂ€d Ă€m RotĂ€n OchsĂ€ war Spotify ĂŒberhaupt kein Thema. Von Immobilien war nirgends die Rede und die Banken waren weder verheiratet noch tot. Was fehlte war eine Disco! Die lag etwas entfernt direkt gegenĂŒber von der evangelischen Kirche und am Sonntagnachmittag, wenn die Sonne hoffentlich nicht schien, öffneten dĂ€ Longo und spötĂ€r dĂ€ Ernscht ihre TĂŒren. Obiges Photo veranschaulicht bis ins kleinste Detail worum es damals ging. Man sah sich in die Augen 🙈 und zwinkerte dem DJ zu, der gerade die lange Version von „Hey Jude“ aufgelegt hatte. Die Jungs trugen das Haar mindestens so lang wie die MĂ€dchen und grau war sooowas von out! Hinreichend GrĂŒnde, die Zeit noch einmal zurĂŒckzudrehen!

Hör uf trĂ€umĂ€ Raffi und konzentriere dich aufs Jetzt! Schliesslich hat dein Sohn geschuftet und dir alles auf dem Tablett serviert. Vor allem die Tabelle wird in den nĂ€chsten Wochen fĂŒr GesprĂ€chsstoff sorgen. Bevor ich auf speichern und beenden drĂŒcke noch ein Wort zu den zahlreichen VIP‘s, die ihre AuserwĂ€hlten auf Teufel komm raus nicht unter die Leute bringen wollen. Da wird gewerweist ob jetz dĂ€ Embolo sis Visum hĂ€tt und ob Havertz bei Nagelsmann die besseren Karten als Undav hat. Sind dĂ€ Messi und dĂ€ Yamal widdĂ€r zwĂ€g und wiĂ€, gots am Ronaldo? Goht Ă€r öppĂ€ a dĂ€ Schtöck? Da lobe ich mir jene sympathische Lady, die vor Wochen als erste den Lottoschein auf dem Postweg verschickte und mir gleich zu verstehen gab, dass sie vom runden Leder ziemlich viel versteht.

PS: Einziger Schönheitsfehler „liĂ€bĂ€ Chrigel“. Juve spielt lĂ€ngs und nicht quergestreift 😎