Von: RB
Sternstunden Teil 2

WELTMEISTERSCHAFTEN 1982-2022
1ď¸âŁ9ď¸âŁ8ď¸âŁ2ď¸âŁ holt Italien seinen dritten WM-Titel und schliesst zu Brasilien auf. Solch ĂźberglĂźcklichen Gesichtern wie an jenem denkwĂźrdigen 11. Juli bin ich am Boulevard in Kreuzlingen hĂśchstens am Jahrmarkt begegnet. Zoffâs Paraden, Scireas Eleganz, Gentiles Härte, Cabrinis Drang nach vorne, Tardellis Urschrei, Contis unwiderstehliche Dribblings, Rossis Torinstinkt und Bearzots EinfĂźhlungsvermĂśgen bleiben italienisches Kulturgut fĂźr die Ewigkeit. Nach zähem Beginn (3 Unentschieden in den ersten drei Gruppenspielen) kennt Italien kein Pardon! Argentinien, Brasilien und Deutschland verstehen die Welt nicht mehr. Danke Jungs, es waren die schĂśnsten Fussballmomente meines Lebens.
1ď¸âŁ9ď¸âŁ8ď¸âŁ6ď¸âŁ verneigt sich die Fussballwelt vor Diego Armando Maradona! Obwohl sie weiss, dass er irgendwie geschummelt hat. Wer weiss was passiert wäre, wenn sich die âHand Gottesâ nicht eingemischt hätte!? Englands Klatschpresse war ausser sich. Dem âpipe dâoroâ konnte es egal sein. Er hatte sein Argentinien fast im Alleingang zum zweiten WM-Triumph gefĂźhrt.
1ď¸âŁ9ď¸âŁ9ď¸âŁ0ď¸âŁ hat Andy Brehme die Ruhe weg, als er im Finale das direkte Duell gegen Penaltykiller Goycochea mit einem Schuss ins linke untere Eck fĂźr sich entscheidet. Franz Beckenbauer geniesst den Augenblick auf seine Weise. Maradona weint bei der Ăbergabe der Silbermedaillen bittere Tränen und vergisst, dass das Leben manchmal gibt und manchmal wieder nimmt.
1ď¸âŁ9ď¸âŁ9ď¸âŁ4ď¸âŁ schiesst Roberto Baggio seinen Elfer ins zehnte Stockwerk. Er der mit dem Leder stets auf âduâ war! Dieses Missgeschick sollte ihn ein Leben lang verfolgen. Es war eines der unspektakulärsten Endspiele in der Geschichte des Fussballs. Trotz Bebeto und Romario, die fĂźr Brasilien das vierte WM-Gold ins Trockene bringen. Zum ersten Mal seit âMenschengedenkenâ wieder dabei ist die Schweiz, die sich sehr gut verkauft
1ď¸âŁ9ď¸âŁ9ď¸âŁ8ď¸âŁ ritzt der fingerfertige Graveur nach einem einseitigen Finale zum ersten Mal den Namen â Frankreichâ auf dem Wanderpokal ein. Zinedine Zidane hatte die Last einer ganzen Nation auf seine Schultern genommen. Eine Aufgabe die eigentlich seinem Widersacher Ronaldo auf den Leib geschrieben war. Wäre da nicht Montezumas Rache dazwischen gekommen.
2ď¸âŁ0ď¸âŁ0ď¸âŁ2ď¸âŁ hätte ich am Liebsten den Fernseher eingeschlagen und diesen widerlichen Schiedsrichter Moreno aus dem Gerät âgeholtâ. Italiens Ausscheiden ist ein Skandal. Trappatoni rastet schier aus. Oliver Kahn ist während des ganzen Turniers Deutschlands Fels in der Brandung. Als er im Endspiel eine harmlose âRonaldo-RĂźckgabeâ unter seinem Bauch hindurch passieren lässt, tut mir der âTitanâ richtig leid. Brasilien ist Rekordweltmeister.
2ď¸âŁ0ď¸âŁ0ď¸âŁ6ď¸âŁ geschieht so etwas wie das siebte Weltwunder. Von einem internen Skandal (Calciopoli) gebeutelt, reist die Squadra Azzurra als krasser Aussenseiter ans Sommermärchen nach Deutschland. Umsomehr ist man auf Lippis Händchen angewiesen. Dass ausgerechnet Linksverteidiger Fabio Grosso mit seinem entscheidenden Penalty das Tor zum Paradies aufstĂśsst, ist auch Marcellos Verdienst. In Momenten der Stille stelle ich mir heute noch die Frage, was wohl mit Italien passiert wäre, wenn Streller&Freunde im Penaltyschiessen gegen die Ukraine nicht in die Hosen gemacht hätten und der sonst abgezockte âZizouâ im Finale nicht auf Materazziâs Provokationen hereingefallen wäre.
2ď¸âŁ0ď¸âŁ1ď¸âŁ0ď¸âŁ findet die WM erstmals auf dem afrikanischen Kontinent statt. SĂźdafrika wird zum Inbegriff der Vuvuzelas! Was fĂźr eine Plage fĂźrs GehĂśr. Im Finale legt sich zum wiederholten Male jener geheimnisvolle Fluch Ăźber das Team der Niederländer. Als Arjen Robben allein vor Casillas kalte FĂźsse kriegt, ist die Messe gelesen. Am Ende jubeln die Spanier, die dank Xavi und Iniesta den Tiki-Taka salonfähig machen.
2ď¸âŁ0ď¸âŁ1ď¸âŁ4ď¸âŁ versinkt die Copacabana nach 1950 zum zweiten Mal im Tränenmeer. Das 1:7 gegen den späteren Weltmeister nagt heute noch an Brasiliens Selbstbewusstsein. Wesentlich mehr MĂźhe bekunden die Deutschen im Finale mit den Argentiniern. Erst in der Verlängerung packt Mario GĂśtze in einem Anflug von Genialität seinen âOne-Hit-Wonderâ aus! Auf Buenos Aires Plätzen tanzen sie âmi noche tristeâ. Ein Tango voller Seelenschmerz, der LĂśws Orchester allerdings kalt lässt. Bundeskanzlerin Merkel läuft zur Form ihres Lebens auf. Die âStonesâ schwärmen von âAngieâ!
Ăber 2ď¸âŁ0ď¸âŁ1ď¸âŁ8ď¸âŁ legen wir den Mantel des Schweigens. UnverblĂźmt lässt Vladimir Putin seiner Propagandamaschine freien Lauf und lullt seine Freunde aus Ost und West gekonnt ein. Der Fussball gerät fast in Vergessenheit. Die Schweiz scheitert wieder einmal an sich selbst und bleibt im Achtelfinale gegen sehr bescheidene Schweden hängen. Aussenseiter Kroatien wächst dank Luca Modric weit Ăźber sich hinaus und muss sich erst im Endspiel den Franzosen geschlagen geben. Didier Deschamps bedankt sich bei seinem neuen Wunderkind Kilian MbappĂŠ.
2ď¸âŁ0ď¸âŁ2ď¸âŁ2ď¸âŁ darf die Fussballwelt dank FIFA-Präsident Infantino einen Monat lang in der WĂźste âĂźberwinternâ. Als Zeichen der Wertschätzung stellt er den gesamten Kalender auf den Kopf und gibt der Vorweihnachtszeit eine spezielle Note. Kolo Muani hat Sekunden vor Sendeschluss die Entscheidung auf dem Fuss, doch Argentiniens Keeper Dibu MartĂnez holt zum Spagat seines Lebens aus. Galionsfigur Messi, ist am Ziel seiner Träume.